HMÜ: „Sex. Kindesmissbrauch & Instrumentalisierung dch. extreme Rechte“

Das Projekt „Respekt für Vielfalt – Gemeinsam gegen Menschenfeindlichkeit“ lädt ein zur Veranstaltung „Sexueller Kindesmissbrauch und die Instrumentalisierung durch die extreme Rechte“ am 23.05.2018 in Hann. Münden im Mehrgenerationenenhaus (MGH).

Hintergrund:
Der Fall von sexuellem Missbrauch in der Stadt Hann. Münden im Spätsommer 2017 hat die Bevölkerung, aber auch Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, überrascht. Erst die Ermittlungen gegen den inzwischen verurteilten Täter haben eine Vielzahl von uns auf das Geschehen aufmerksam gemacht. Anschließend waren in der Zivilgesellschaft, u.a. in sozialen Netzwerken, teilweise die Empörung und der Ruf nach autoritären Lösungen spürbar, wie er etwa in Internetkommentaren wie „In diesem System gibt es keine gerechte Strafe für so etwas!“ sichtbar wurde.
Eine solche Fokussierung auf die Täterseite und der Ruf nach ‚harten Strafen‘ in der Diskussion um sexuellen Missbrauch sind wiederkehrende Phänomene. Die Art und Weise, in der sexualisierte Gewalt so immer wieder gesellschaftlich diskutiert wird, lässt leider auch Anschlussfähigkeiten für die Agitation von extrem rechten Organisationen offen. Seit Jahren versuchen Neonazis das Thema etwa mit Kampagnen wie „Todesstrafe für Kinderschänder“ zu instrumentalisieren. Aber auch in der Neuen Rechten gibt es Anknüpfungspunkte an das Thema durch die Inszenierung eines Bildes von „dem übergriffigen Fremden“.
Dabei bleiben viel zu häufig die Fragen offen, wer sich eigentlich um die Belange der Betroffenen interessiert, sie unterstützt und wie wir alle präventiv handeln können.
Das Modellprojekt Respekt für Vielfalt des Landkreises Göttingen möchte diesen lokalen Anlass dazu nutzen, um Sie, also alle Mitarbeiter*innen Ihrer Einrichtung, einzuladen sich zu informieren und mit Ihnen gemeinsam zu diskutieren. Dabei soll sowohl das Thema sexueller Kindesmissbrauch als auch die Gefahr der Instrumentalisierung durch die extreme Rechte zusammen mit zwei Fachreferent*innen behandelt werden.

Veranstaltung: Sexueller Kindesmissbrauch und die Instrumentalisierung durch die extreme Rechte
Datum: Mittwoch, 23. Mai 2018
Uhrzeit: 18 Uhr
Ort: Geschwister-Scholl-Haus, großer Saal im EG (Friedrich-Ludwig-Jahn Str. 4, Hann Münden)
Als Referent*innen werden zwei Fachleute bei der Veranstaltung sein und jeweils ein Input geben. Maren Kolshorn ist Mitarbeiterin beim Frauen-Notruf e.V. – Fach- und Beratungszentrum sexuelle und häusliche Gewalt in Göttingen. Sie bietet seit Jahren traumapädagogische Unterstützung und Beratung für Betroffene und leistet Aufklärungsarbeit zum Thema sexuelle und häusliche Gewalt. Enrico Glaser von der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu-Antonio-Stiftung aus Berlin arbeitet seit langem zur Instrumentalisierung des Themas sexueller Missbrauch durch Neonazis und hat bereits Kommunen, etwa den Landkreis Barnim, bei der Auseinandersetzung mit dem Thema begleitet.
Dank gilt dem Kinder- und Jugendbüro der Stadt Hann. Münden für die Zusammenarbeit im Vorfeld und für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Dieser Beitrag wurde unter Fortbildungen, Hann. Münden, Jugendschutz, KJB Landkreis, Termine veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.